Timothy Treadwell ( Grizzly Man)- Spinner oder Held?!

14. Dezember 2006

Gestern sahen wir die neue Dvd des deutschen Filmemachers
Werner Herzog “Grizzly Man”. Die Dokumentation über das Leben des Timothy Treadwell, der 13 Sommer lang, völlig unbewaffnet, mitten unter den wohl größten  Braunbären Alaskas im Katmai- Nationalpark gelebt hat und dabei über 100 Stunden selbstgedrehtes Filmmateral entstanden sind, bis er und (s)eine Freundin von einem Grizzly getötet und sprichwörtlich gefressen worden sind.  Selbst der mehrere Minuten lange Todeskampf der beiden wurde tonlich aufgezeichnet. Dieses Filmaterial war die Basis für den deutschen Filmemacher Werner Herzog eine Dokumentation über diesen Mann entstehen zulassen. Eines vorwegzunehmen; der Film hat uns allen
sehr gut gefallen! Doch es geht, wie viele vielleicht erwarten würden, weniger um die Bären an sich, als das der Film das Leben des Treadwell dokumentieren soll.
Der Film brilliert dennoch durch  wunderschöne Naturaufnahmen, körpernahe Begegnungen mit mehreren  hundert Kilo schweren Braunbären, die einen nur so staunen lassen können.
Bilder die ich so, selten oder nie gesehen habe! Er näherte sich den  Raubtieren  bis auf wenige Meter und hatte mehrfach Hautkontakt zu Ihnen. Szenen in denen junge Braunbären im Anwesenheit der Mutter, Kontakt zu T.T. aufnahmen ohne das das Muttertier irgendwelche Anzeichen von Aggression oder Angst zeigte!
Und ich kann euch versichern, das eine Bärin auf Ihren Nachwuchs sehr gut
aufzupassen weiß und in aller Regeln alles andere als entspannt reagiert, sollte sich jemand zu nah an die “Kleinen” herangetrauen!
In anderen Szenen filmt T.T. aus nur wenigen Metern entfernt zwei sichtlich wütende wirklich!! riesige Grizzlys die sich gerade am Strand um
eine Bärendame streiten.
Oder die Aufnahme in dem er mit einem Bären schwimmt, eine Fuchsfamilie
ihn wochenlang begleitet, in der Hoffnung etwas Fressbares abzubekommen,
oder tatsächlich weil es so etwas wie Seelenverwandschaft zwischen Mensch
und Wildtier gibt, wie Treadwell behauptet?!
Dem selbsternannten Bärenschützer, optisch ein Mix aus Prinz Eisenherz und Otto Walkes, ehemaliger Junkie und Alkoholiker, machte es sich zur Lebensaufgabe die Grizzlybären Alaskas vor den seiner Meinung nach schädlichen Einflüssen der Zivilisation zu schützen.Er war fest davon überzeugt, dass die Bären in der Gegend ohne Ihn keine Zukunft hätten und von Wilderern gnadenlos bejagt werden. Nach Meinung vieler Experten, die sich auch im Film äußern, geht es den Alaska- Küstenbären, Kodiakbären alles andere als schlecht und sie sind weit davon entfernt ausgerottet zu werden. Die Population sei gesichert, die Zahlen seit längerer Zeit sehr konstant. Die Bären hätten größtenteils Ihre “Ruhe” vor den Menschen, Wilderei sei kaum ein Thema und die Jagd streng reglementiert. War T.T. einfach nur ein amerikanischer Spinner, der sich in etwas hineinsteigerte, vielleicht noch durch seine Drogenkarriere an irgendwelchen Wahnvorstellungen litt ,die Realität nicht als solche wahrnahm??!! Lasst es mich mal so formulieren: Treadwell war ein Freak, ohne Frage, aber einer den man eigentlich nur sympathisch finden kann.
Ich glaube nicht, dass er den Bären geschadet hat, wie es der ein oder andere sogar formulieren würde, weil er sich den Tieren vielleicht teilweise etwas aufgedrängt haben mag, vermenschlicht hat. Die Tiere aber hätten ihm aus dem Wege gehen können und hätten Ihn nicht erst nach 13 Jahren töten müssen. Bei jeder seiner vielleicht hunderten Begegnungen mit den Tieren hätte selbst ein Prankenhieb ausgereicht, um Ihn ausser Gefecht zu setzen!Warum also erst im 13.Sommer?? Man vermutet, dass ein älteres ,männliches Tier aus dem Hinterland, Treadwell und Begleitung getötet haben soll. Das  Kuriose: normalerweise reiste Treadwell im Herbst immer zurück, doch in seinem letzten Sommer unter den Bären kehrte er nach einem Streit um eine Lapalie mit einer Angestellten am Abflughafen kurzer Hand zurück zu den Bären. Treadwells vertraute Bären haben sich aufgrund der Witterung zurückgezogen und andere, wildere, unbekannte Bären aus dem Hinterland kamen an die mildere Küste. Unter Ihnen vermutlich auch der Bär, der T.T und seine Freundin im Zelt überraschte und beide tötete!
Das Entscheidende für mich war sein guter Wille, die Idee, er hatte ein Ziel, das er auch professionel vermarktete, er unterrichtete an Schulen, hielt Vorträge usw. Und er machte alles kostenlos!! Das Geld seiner Stiftung ist gut investiert und wird voll und ganz dem Tierschutz zu Gute kommen. Da bin ich mir sicher!
Auch hat Treadwell trotz oder gerade durch seinen Tod Aufmerksamkeit erregt und den ”Tierschutzgedanken” gefördert! 
Die gelungene Dokumentation von Werner Herzog zeigt viele Seiten.
Einmal die wunderschönen Naturaufnahmen, herzzereisende, faszienierende Begegnungen zwischen Mensch und Wildtier, die Würdigung einer Lebensaufgabe, aber gleichzeitig sieht Herzog in seinem Hauptdarsteller einen durchgeknallten Amerikaner, der sich manchmal selber wie ein Bär fühlte und sich einbildete, der Katmai- Nationalpark und die Bären seien sein Eigentum und nur er könne die Tiere vor deren Aussrottung bewahren.
 

Im Film sagte Herzog bei einer Nahaufnahme eines Bären, das er in dessen Augen keine Seelenverwandschaft erkannte, so wie Treadwell es formulierte, sondern er blickte in die leeren, gleichgültigen Augen eines wilden Tieres…. In schlechten Videoclips oder billigen amerikanischen Filmen heißt es doch
am Ende manchmal: 

In memory of Timothy Treadwell.. 

Unter Bären und Wölfen…kleiner Urlaubsbericht

31. Oktober 2006

Auf den Pfaden der Bären und Wölfe Frankreichs…

Ende September war es endlich wieder soweit. Meine Freundin Yvi, mein Hund Napoleon, ich und Adolf (unser Wohnmobil!) starteten zu unserer regelmäßigen Südfrankreichreise. Wir lieben Frankreich, insbesondere der Süden hat es uns angetan. Dieses Land bietet alles was wir uns für einen perfekten Urlaub wünschen. Allein der Süden des Landes ist unglaublich abwechslungsreich und vielseitig. Die beeindruckenden Alpen, wunderschöne Mittelgebirge, weitläufige Flachlandgegenden, besonders die einzigartige Camarque und viel viel Küste an Atlantik und Mittelmeer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auch die Tierwelt im Süden Frankreichs ist sehr beeindruckend!

Wer wußte zum Beispiel, dass gerade einmal sechs Stunden Fahrtzeit von Stuttgart entfernt, mitten in der Provence, Skorpione leben?? Man wird sicherlich seltenst einen zu Gesicht bekommen, aber es gibt sie tatsächlich! Es gibt bis zu 40 cm grosse bunte! Echsenarten, Geier, die größte Flamingokolonie Europas bis hin zu den „Big Three“;Bär, Luchs und Wolf auf die ich jetzt etwas näher eingehén möchte…Neben unserem herkömmlichen 0815 Urlaub war es dieses Jahr auch ein Ziel uns näher mit den Braunbären und Wölfen Frankreichs zu beschäftigen, wenn man das so sagen kann. Unsere Fahrt führte uns zunächst ins traditionelle Bären-Wolfsgebiet der französisch-spanischen Pyrenäen. Die Berge der Pyrenäen sind natürlich nicht so hoch wie die der Alpen, dafür nicht minder spektakulär. Am Fuße der Berge, die im östlichsten Teil bis nahe ans Mittelmeer und an die Stadt Perpignan grenzen, beginnt unsere Fahrt Richtung Westen. Unser 75 PS Camper „Adolf“ müht sich hörbar die teils sehr engen, kurvigen Bergstraßen hinauf, was sich mit lautem Dieseldröhnen bemerkbar macht. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von vielleicht gerade einaml 30km/h kommt man nicht gerade flott voran. Für eine 50 km Stecke benötigen wir gut und gerne 2 Std!!Unser Ziel ist die Kleinstadt Arbas.

Ganz in der Nähe wurde vor ca.4 Monaten ein Braunbär, 88kg, Namens Balou ausgewildert. Er ist einer von mehreren ursprünglich aus Slowenien stammenden Braunbären, die in letzter Zeit in den französischen Pyrenäen „ausgesetzt“ wurden. Zuvor hatten radikale Gegner der Bären mit Gewalt gedroht, um die Auswilderung zu verhindern. Ökologisch eingestellte Schafzüchter und der Tourismusverband befürworten die Auktion. Nach unterschiedlichen Quellen zu Folge sollen etwa nur noch ca. 12-20 Tiere im französischen Teil leben. Mit der Auswilderung der Bären soll diese Population gesichert werden, bzw.ausgebaut werden. Mit Bären scheint man bisher in den Pyrenäen weitaus weniger Probleme zu haben als das mit Wölfen der Fall zu sein scheint. Besonders im spanischen Teil richten die Wölfe einen nicht geringen Schaden an! Die Wölfe der Region scheinen im Vergleich zu den osteuropäischen einen höheren Anteil an Haustieren zu reißen. Wölfe ernähren sich zum großen Teil von Schafskadavern, etwa 10% der Tiere sterben jährlich eines natürlichen Todes. Da aber immer weniger Schafzucht betrieben wird, verenden zwangsläufig weniger Schafe! Somit kommt es regelmäßig zu Begegnungen zwischen Wolf und Haustier. Vor allem in der westlichen Verlängerung der Pyrenäen in Nordwestspanien sollen noch vergleichbar viele Wölfe leben. Man schätz die Zahl der spanischen Wölfe auf ca! 2000.
Es läßt sich nicht leugnen, das durch Wölfe und Bären finanzielle Einbußen entstehen können und ich persönlich den Unmut der betroffenen Menschen durchaus verstehen kann! Da es aber in den Pyrenäen schon immer Wölfe (und Bären) gegeben hat, haben diese Tiere ein natürliches Recht auf Leben in der Region! Wie immer geht es um das Miteinander von Mensch und Tier!
Wenn der Mensch nicht „mitzieht“, haben weder Wolf noch Bär eine reelle Chance. Öffentlichskeitsarbeit, Schadensregulierungen des Staates und diverse Schutzmaßnahmen sollen die Wolfs- und Bärenpopulationen der Pyrenäen
sichern. So werden die traditionellen Hüteschutzhunde inzwischen wieder verstärkt in Frankreich eingesetzt. Diese großen, selbständig arbeiteten und vorallem furchtlosen Schutzhunde sind nicht nur in Spanien eine unverzichtbare, sehr effektive Hilfe gegen Wolfs und Bärenattaken. In Arbas angekommen beschließen wir etwas essen zu gehen. Die Stadt scheint nicht sehr groß und wirkt wie eine gewöhnliche, südfranzösiche Kleinstadt.
Allerdings wurde, wie bereits erwähnt, nicht weit von hier einer der slowenischen Bären ausgesetzt!
In einer Bar essen wir einen kleinen Snack und trinken Kaffee.
Ich hatte gehofft vielleicht mit dem ein oder anderen Einwohner ins Gespräch zu kommen, doch diese Gelegenheit ergab sich leider nicht. Ohnehin war das Lokal nur von ein paar Jugendlichen und einem älteren Mann besucht, der nicht gerade danach aussah, sich von einem Deutschen über irgendwelche Bären zuquatschen zu lassen. Etwas enttäuscht fuhren wir tiefer in das Pyrenäengebirge, südwestlicher Richtung ins spanische Grenzland. Leider wurde es langsam dunkel und wir beschlossen, verbotener Weise (wildes Campen ist sowohl in Frankreich als auch Spanien richtigerweise verboten), am Wegesrand unser „Quartier“ zu beziehen, ohne am nächsten Tag irgendwelche Überreste, Müll zu hinterlassen, wie das vielen Wohnmobilisten nachgesagt wird.
Als ich mit meinem Hund Napoleon, der sich endlich auf einen ausführlichen Spaziergang freute, durch die Landschaft lief und eine fantastische Aussicht genoß, spürte ich, dass hier einfach Bären und Wölfe hineingehören. Eine größenteils völlig menschenleere Gegend mit hohen Bergen, vielen unzugänglichen Tälern und teils dichtem Mischwald sind geradezu ideale Grundvorraussetzungen! Mit dem schönen Gefühl, dass vielleicht nur wenige Kilometer von uns entfernt echte „wilde“ Bären oder Wölfe leben, schliefen wir dann ein und freute uns auf den nächsten Tag…Früh am nächsten Morgen und nach meiner speziellen VFB(Stuttgart) Kaffee-Mischung ging es weiter. Unser Ziel war das Tal d‚Ossau in den westlichen Pyrenäen, nur wenige Kilometer weit entfernt von der spanischen Grenze. In diesem Tal sollen unter anderem die letzten Bären Frankreichs leben!
Die Kulisse war grandios und außerhalb der kleinen Dörfchen sah man wirklich keine „Sau“! Nachmittags pausierten wir auf einem kleinen Parkplatz und sahen in 60 Minuten ein einziges Auto vorbeifahren!
Ich war begeistert von dieser Ruhe! In dem Dorf Garonne erhielt ich dann endlich eine kleine aber für mich wichtige Information. 2-3 km entfernt soll es zwei Bergbauern, bzw. einen Schäfer geben.

Zu Fuß und mit Rucksack bewaffnet ließen wir unseren Bulli im Dorf zurück und machte uns auf den Weg, in der Hoffnung einen der Bauern zu treffen und vielleicht „etwas“ aus erster Hand zu erfahren…Nach etwa 10 Minuten Fußmarsch sahen wir endlich die ersten Schafe!
Doch gab es auch einen dazugehörigen Schäfer?? Weiter oben auf ca. 1600m Höhe standen zwei „bäuerlich wirkende“ Anwesen die wir ansteuerten.
Leider schien niemand zu Hause zu sein, eine Klingel oder ähnliches gab es wohl auch nicht, also beschlossen wir uns auf eine Wiese vor dem Hof zu setzen und den Schafen bei Fressen zuzusehen, was in Napoleon Begeisterung hervorrief! Da sich weit und breit niemand blicken ließ, stiefelten wir wieder an der anderen Seite den Berg hinunter…Endlich sahen wir 2 Personen die sich auf uns zubewegten.
Wie sich herausstellte handelte es sich um einen der Bauern denen das obige Anwesen und die Schafe gehörten!
Nach einer freundlichen Begrüßung und der Erklärung das wir deutsche Touristen seien und bestimmt keine Schafe stehlen wollen, kam ich mit den Männer ins Gespräch. Ich versuchte ihnen zu erklären, das ich eine kleine „private“ Internet Plattform über „Bären in Deutschland“ betreibe und mich sehr für die Gegend und allgemein für Frankreich interessiere, was die Männer irgendwie nicht so ganz verstanden, hatte ich das Gefühl.
Ich fragte die Männer, ob sie denn schon einmal Kontakt mit Bären oder Wölfen gehabt hätten? Sie verneinten die Frage lachend und erklärten zum Glück noch nie! einen Bären oder Wolf gesehen zu haben.
Aber er kenne Leute die schon mal einen Bären gesehen hätten, letztes Jahr auf der anderen Seite des Tals!
Sonst hätte er keinen Bezug zu den Tieren, erzählt er uns.
Er wisse natürlich, dass es hier auch Wölfe geben soll, aber die würden sich wohl selten hierher verirren und seien ohnehin sehr sehr scheu, erklärte er.
Ich fragte die Männer, wie sie denn zur Auswilderung der slowenischen Bären stehen und ob Sie das überhaupt mitbekommen hätten? „Ja, natürlich!“ Das kam ja sogar öfters im Fernsehen und er wisse, das die Bären alle prominente Paten hätte. Er habe nichts gegen Bären und Wölfe, er hätte ja bisher keine schlechten Erfahrungen mit den Tieren gehabt und er hofft, dass diese sich hier einfach nicht sehen lassen werden. Angst vor den Tieren hätte er auch nicht, die haben mehr Angst vor uns und gehen uns doch aus dem Weg, versichert er mir.
Speziell ausgebildete Herdenschutzhunde hätte er nicht, aber seine Hunde würden schon anschlagen, sollte sich mal ein Bär oder Wolf hierher verirren.Das wars dann auch schon mit den „spannenden“ Geschichten. Leider!
Ehrlich gesagt hatten wir uns schon etwas mehr versprochen von dem Gespräch.
Aber wie das nun Mal so ist, meist werden die eigenen Erwartungen nie so Recht erfüllt….Was solls!Wir verabschiedeten uns von den Männern und begaben uns zu „Adolf“ zurück.
Die Nacht verbrachten wir auf Nachfrage auf einer Pferdekoppel am Dorfrand. Am nächsten Morgen fuhren wir weiter, raus aus den Pyrenäen, über Toulouse ins Departement Ardeche. Hier verbringen wir regelmäßig ein paar Tage auf einem wunderschönen, naturbelassenen Campingplatz, der Freunden gehört.Und wie es wohl jedem so ergeht, war der Urlaub mal wieder viel zu schnell vorbei.
Bis zum nächsten Mal… Vivre la France!!

Euer Steffen

Bruno, der Bär. Symbol des deutschen Artenschutzes?!

6. August 2006

Bär Bruno, der zum Symbol des deutschen Artenschutzes “avancierte” wurde vor wenigen Wochen feige erschossen. Er war der erste, freie, wilde Bär in Deutschland seit fast 171 Jahren! Als Bruno die Bühne betrat, verfolgte ganz Deutschland aufmerksam und fasziniert die Wanderschaft des jungen Braunbären. J.J.1 wurde schnell zum Medienstar. Spätestens als die ersten Bilder dieses “historischen” Bären in die Öffentlichkeit gelangten, war klar, Bruno hat unsere Herzen erreicht! Selbst als die weniger schönen Berichte von gerissenen Schafen und einem  kleinen Mädchen die íhren leeren Hasenstall zeigte, veröffentlicht wurden, blieb die Symphatie gegenüber Bruno größtenteils ungebrochen. Bald kursierte die unzutreffende Bezeichnung des “Problembären” Bruno. Problembär??? Was hat denn Bruno zum “Problembären” gemacht?? JJ1 war ein für Menschen völlig harmloses Kind, gerade einmal 3 Jahre alt und noch lange nicht geschlechtsreif. Zugegeben, Bruno war ein Rüpel, Rabauke, er war eben noch sehr jung, neugierig und sicherlich etwas unerzogen oder noch trefflicher falsch erzogen. Seine Mutter Jurka hat ihm beigebracht, wie man schnell, einfach und ohne große Mühe “Beute” macht. So wie die Erziehung unserer Eltern uns von klein auf prägt, so hat auch Bruno von seiner Mutter gelernt! Deshalb ist es doch nicht verwunderlich, dass ihn der Nahrungsüberfluß in den Siedlungen magisch anzog; damit meine ich des Menschens “Nutztiere”. Oder gab es in all den Wochen auch nur eine Attacke gegenüber Menschen??? Nein!! Bruno suchte nicht! die Nähe “zum” Menschen, sondern ausschließlich die seiner Beutetiere. Es gab einige, wenige Begegnungen zwischen Bruno und Mensch. Und niemand der Bruno mit eigenen Augen gesehen hat, hat Ihn als aggressives, böswilliges Monstrum bezeichnet. Ganz im Gegenteil! Ohne sich in die Enge getrieben zu fühlen, würde jeder Bär einer direkten Konfrontation mit dem Menschen, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, aus dem Wege gehen! Mußte man deswegen lieber forsorglich Bruno erschießen lassen, als das Minimalrisiko einzugehen, irgendwann wegen eines Zwischenfalls den Hut nehmen zu müssen?! Meiner Meinung nach sitzen die einzigen Problembären Deutschlands im Umweltministerium Bayerns! Früher oder später werden, da sind sich viele Experten einig, wieder Bären aus unseren europäischen Nachbarländern zu uns stoßen. Und ich hoffe das die Verantwortlichen und all diejenigen, die so grausam unter Bruno leiden und zittern mußten, nicht mehr in eine derartige Hysterie verfallen! Die größte Wut habe ich auf all die kleingeistigen “Nutzvieh”- Besitzer, deren IQ wahrscheinlich nur geringfügig über dem einer ihrer Altsteirer Zuchthühner liegt, die um ihr liebes “Vieh”jammerten, obwohl gerade bei einem Großteil derer, ein Tierleben faktisch nichts bedeutet! Und der finanzielle Schaden? Der wurde oder wird doch ohnehin übernommen!! Wir könnten uns ein Beispiel  an anderen europäischen Ländern nehmen, die mehr Verständnis für ursus arctos zeigen und denen bewußt ist, das dieses faszinierende Säugetier geschützt werden muß!!!!! Es gibt noch geeigneten Lebensraum für Braunbären in Deutschland. Der Bär wird sich im deutschen Alpengebiet niederlassen! Früher oder später! Wir müssen ihn einfach nur lassen und darauf vorbereitet sein. Der Wolf und Luchs sind auch zurückgekehrt. Wieso nicht auch der Bär??!! Deutschland wäre so noch viel reicher………              

Bären für Deutschland !

24. Juli 2006

Schon seit längerer Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema: Tierschutz !

Da ich bisher nur passives Mitglied einiger Natur- und Tierschutzorganisationen bin, möchte ich es mir nun zur Aufgabe machen, mich im Speziellen zu engagieren.

Ich war überglücklich als ich im Mai diesen Jahres von der Wanderschaft Brunos (J.J.1) erfuhr und genauso betroffen war ich darüber in welcher Art und Weise ihm seine “neue Heimat” wieder genommen wurde.

Diese Seite soll zukünftig für mehr Toleranz gegenüber Braunbären in Deutschland werben.

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